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die 4/2 Wahrheiten

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    [...] [...]

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    […] hierzu noch das Thema Guthabenkrise studieren möchte, der folge einfach dem Link auf dem Wort. Denn wenn wer von Schuldenkrise redet, […]

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  • 04/13/14--10:31: Von: Joachim Weiß
  • Der Unsinn von Jörg Buschbecks „Guthabenkrise" Leider gehen die Geldreformer und Gleichgewichtsfanatiker naiverweise immer noch davon aus, dass eine Beschleunigung des Konsums/der Investitionen durch eine Liquiditätsabgabe (negativer Nominalzins, Kaufkraftverluststeuer, Umlaufabgabe, Demurrage , Gleichgewichtszins u. ä. Klapperatismen) bzw. Verhinderung einer Guthabenakkumulation zu einer optimaleren Allokation der Liquidität führt und dadurch die Bilanzen verkürzt werden bzw. es dadurch zu mehr „Gleichgewicht" kommt. Die Zahlungsmittel sollen dann in die Sachwerte strömen, und die Welt ist krisenfrei und damit wieder in Ordnung. Wobei die bösen „schlechten Schulden” angeblich die logische Folge sein sollen, wenn die „guten Schuldner“ ausgegangen sind, und es „keinerlei Ansatz zur Begrenzung der privaten Geldhaltung“ gibt. Der alte Silvio Gesell pfeift ihnen dabei ständig im Gehirn herum, wie ein Gespenst, welches sie nicht mehr los werden und dessen Ideen ihnen durch brainswashing eingefräst wurde und nun ständig neue Manifestationen braucht, da das alte Kreislaufmodell von Wörgl nun bei den meisten Menschen nicht mehr ankommt. Vorweg kann ich hier schon sagen, dass es keine „Begrenzung der privaten Geldhaltung“ braucht, in dem Sinne wie es die Geldreformer meinen (liquide Mittel liegen herum bzw. Guthaben sind krisenverschärfend und man muss ihnen durch eine „Liegegebühr“ Beine machen, um Krisen zu entschärfen). Denn die Wirtschaftenden, vor allem die Vermögenden, sind gar nicht darauf aus, dauerhaft (!) – die Summe der periodischen Tilgungszahlungen und der Transaktionen für den Gütertausch übersteigend – Liquidität in großen Mengen zu halten, so dass es zu Engpässen käme. Und um die periodischen Flussgrößen aufrechtzuerhalten, braucht es auch nicht den gesamten Zahlungsmittelbestand. Bestenfalls nach „externen Schocks“ gibt es große Umschichtungen in die Vorsichtskasse (hochliquide Anlagen) und dadurch hohe Volatilitäten, weil Zahlungsmittel nicht mehr für Investitionen angeboten werden. Gleichzeitig sinkt aber auch die Kreditnachfrage, weil Unternehmer ihre Schulden abbauen wollen bzw. nicht mehr netto investieren (über die Abschreibung hinaus). Die Einkommensüberschüsse der Sparer werden also eventuell auch gar nicht für Investitionen nachgefragt. Sparguthaben können langfristig in gewöhnlichen Zeiten nicht als Zahlungs- und Schuldentilgungsmittel fehlen und zur „Guthabenkrise" führen, wenn Nachfrage nach Geld da ist. Jedes nominal verzinste Sparguthaben (Wertpapier) hat auch dementsprechend eine Anlage /Nachfrage gefunden. Nur nominal unverzinste Guthaben haben keine Anlage. Dass die Staatsschulden nicht die Ursache der herumliegenden Guthaben sind, werde ich weiter unter erläutern. Kurz-/mittelfristige Liquiditätsengpässe werden auf dem Markt hingegen auch laufend ausgeglichen durch kurz-/mittelfristige Kreditketten, entweder über die Kontokorrentkredite bzw. Darlehen bei Banken, über den Geldmarkt, durch Direkt-/Portefoliokredite oder schlicht durch internationales Clearing im (Nicht-)Bankenbereich, indem man Forderungen und Verbindlichkeiten gegeneinander verrechnet. Die Wirtschaftenden sind solange bereit sich zu verschulden, wie sie bereit sind, zu wirtschaften, um ihr Eigentum/Eigenkapital zu erhalten oder zu vermehren. Diese Kreditketten lassen sich aber nicht dadurch verhindern, indem man nun auf die bösen „herumliegenden liquiden Guthaben“ schielt, und hier die Ursache der Krise sieht, und nun meint, durch Mehrkonsum oder Liegegebühr (Demurrage) eine optimalere Allokation oder Verhinderung der Akkumulation verhindern zu können. Dazu gehe ich im weiteren Verlauf näher ein. Denn Liquidität ist kein Kapital (was Geldreformer gerne verwechseln). Wir haben eher ein Volatilitäts- und „Fehlallokations“- Problem (verbunden mit einem privaten Risikoproblem), weil Liquidität laufend auf der Suche nach Rendite ist. Vermögende sind z. B. deshalb reich, weil sie investieren und ihre Liquidität (unter teilweise hohem Risiko) zu produktiven bzw. spekulativen Kapital umwandeln und das Geld und die Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Unternehmergewinne) dann wiederum in Sachgüter (über Konsum, Immobilien, Land, Schmuck, Autos u.v. a , Stiftungen, Unternehmensbeteiligungen, Aktien, Sachwertfonds) umwandeln. Man kann bestenfalls verteilungspolitisch über eine Begrenzung der privaten Geldvermögen (Forderungen auf Geld und Zinsen) oder Einkommen diskutieren, um eine Vermögensschere zu verhindern bzw. riskante Spekulation zu verhindern, die in Folge über die Preisschwankungen eine paralysierende Auswirkung auf die reale Wirtschaft hat. Aber die Transaktionskasse zum Bezahlen der Güter und die Tilgungskasse zum Tilgen der Kreditraten ist von der Summe betrachtet in normalen Zeiten kein Problem, da es wie gesagt nicht den gesamten Bestand braucht, um Flussgrößen aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel kann eine Summe X auch mehrmals zur Transaktion im Nichtbankenbereich genutzt werden, um Güter auszutauschen, das heißt mit einer Summe von z. B. 100 kann ich einen Umsatz/BIP von 1000 erzeugen, wenn mit dem gleichen Betrag 10 mal bezahlt wurde. Erst mit einer Tilgung verschwinden dann die 100 und muss irgendwann durch Nachschuldner ersetzt werden. Will man einen zu hohen kumulierten Überschuss verhindern, muss man das nicht ex post mit einer Liegegebühr (Peitsche) machen, also an den Symptomen herumdoktern. Und es braucht dazu erst recht keinen zentralen Geldmengenschneider, sondern man muss das ex ante durch Begrenzung der exzessiven (spekulativen) Kreditexpansion und der damit verbundenen Lohn- und Zinsüberschüsse regulieren. Die eleganteste Formulierung, die ich las, war vom Guthabenkrisen-Fanatiker Jörg Buschbeck: „Man sollte einen Konsumverzichtsüberschuss mit Gleichgewichtspreisen bereisen“ – also man schreit in Ossi-Manier nach dem paternalistischen Schräubchen. Dabei geht man im Zirkelschluss sogar davon aus, dass selbst die (staatliche) Schuldenkrise angeblich die Erscheinungsform der Guthabenkrise ist. Eine andere tautologische Aussage dazu ist, dass die Guthaben die Schulden anderer Leute oder Staaten sind. Sicherlich ist die Summe aller Schulden und Guthaben identisch, man sollte sich aber davor hüten, aus „2+2=4“ hysterisch Kausalitäten abzuleiten, wie es die Geldsystemkritiker insbesondere die Guthabenkritiker populistisch tun. Um diese Tautologie zu bekräftigen, bedient man sich dabei u. a. auch der „Saldenmechanik“ bzw. des „Sparparadoxons“ oder der „Rationalitätenfalle“ von Wolfgang Stützel. Da sind so schöne mechanische Sätze zu finden wie: – „Der Ausgabenrückgang einer Gruppe der Ökonomie kann nur dann zu einem Einnahmeüberschuss führen, wenn die Komplementärgruppe einen Ausgabenüberschuss vor- und hinnimmt.“ – Oder: „Ein allgemeiner Ausgabenrückgang führt immer zu einem Einnahmerückgang und nie zu einem Einnahmeüberschuss“ etc. Dabei geht es „um Sparen durch die Kürzung der Ausgaben, was für den Einzelnen immer zu einem Einnahmeüberschuss, also einer Ersparnis von Geld führt. Sobald aber die Gesamtheit (im Sinne von jeder Einzelne) an den Ausgaben spart, sinken nur die Einnahmen in der Ökonomie“. – Für mich haben diese saldenmechanisch trivial-arithmetischen Zusammenhänge hinsichtlich der Krisen kaum zu mehr Erkenntnis geführt, und schon gar nicht in der Hinsicht, als dass man wie die Geldreformer daraus voreilige Schlussfolgerungen ziehen könnte. Das heißt, man müsse nur die Einnahmeüberschüsse der Wirtschaftssubjekte (und damit die Salden) mit Hilfe von irgendeiner Demurrage u. ä. auflösen („den Berghang steiler machen, damit das Geröll schneller herunterrollt“), und schon wir haben eine krisenfreie Welt. Diese Demurrage soll dann zum Beispiel dadurch errechnet werden, dass man dem Geldangebot die Geldnachfrage gegenüberstellt und daraus dann nominal ein negativer Zins berechnet bzw. von einer Institution beliebig festgesetzt werden kann, falls das Geldangebot zu hoch wird und somit dem überakkumulierten Kapital die Verwertungsmöglichkeiten fehlen. Geldsystemkritiker mit paternalistischen Allmachtsphantasien wie Jörg Buschbeck fabulieren hier in penetranter Weise gar von einer „Kreditsteuer“ und einem „elastischem Grundeinkommen“, an denen zentralistische Schräubchendreher nach Gutdünken herumfummeln, um eine auf das BIP zugeschneiderte wirksame Geldmenge zu regeln, um „dauerhafte Nullzinserwartungen“ zu erzielen. (Heute weiss man aber, das Zentralbanken und manipulierte Regierungen mehr Marktversagen, bzw. Marktvermachtungen und Fehlallokationen verursacht haben als die Wirtschafter selbst). Was heißt überhaupt Nullzins? Will man Geldzins kritisieren, muss man auch Sachwertzinsen (Unternehmerrenditen) und sogar Hochlöhne in den Industrieländern kritisieren, die ja letztlich auch nur auf (internationale) Knappheit beruhen und zu Akkumulation führen. Doch so weit denken die Geldreformer nicht, denen geht es nur um Populismus. Insofern muss man schon den Sündenbock Geldzins hochhalten auf der Fahne, denn dann haben die Menschen einen Aufhänger, an denen sie ihren ganzen Frust ablassen können. Endlich haben sie einen Schuldigen gefunden. Doch Geldreformer gehören zu den Quacksalbern, die glauben, man kann alles mit einfachen Antworten lösen und eine einfach verordnete Medizin reichen. Wichtig ist, dass es einfache Kost ist, denn wenn zu viele Zusammenhänge diskutiert werden, hören viele schon nicht mehr hin, denn das macht Aua im Kopf. Dahinter steckt aber auch oft ein naiver Wunsch nach einem überschaubaren und harmonischen Wirtschaften im Einklang mit sich und der Umwelt, was dann ziemlich infantil zum Beispiel wie bei den Regionalwährungen durch Kaufmannsladenspielchen befriedigt werden soll. :-) Nun ist es zwar wichtig in einer Ökonomie, zwischen einzelwirtschaftlicher und gesamtwirtschaftlicher Perspektive auch unterscheiden zu können, und es geht mir hier nicht darum, W. Stützel widerlegen oder vertieft darauf eingehen zu wollen, sondern darum, die voreiligen Schlussfolgerungen der penetranten Geldreformer, die uns ihre Ideen mit brainwashing aufdrücken wollen – da unterschieden sie sich nicht von den „Neoliberalen“ – zu relativieren und den Unsinn einer s..g. „Guthabenkrise“ zu beleuchten. Vor allem gebe ich W. Stützel recht mit seiner Aussage: „Wenn nun der eine sagt: Dies ist schuld, der andere aber: Das ist schuld;dann streiten die Partner nicht über eine logisch oder empirisch entscheidbare Frage, sondern über die Frage, welche Funktionen als invariabel und welche bei der betreffenden Untersuchung als variabel angenommen werdensollen.“ Mit anderen Worten, die Partner streiten entweder nur deshalb darüber, welche Funktionen als variabel und welche als konstant angenommen werden sollen, weil sie dies gar nicht wissen, oder weil sie dies nicht thematisieren WOLLEN, weil sie über ihre Argumentation nicht nach Erkenntnis suchen, sondern die Interessen einer bestimmten Partialgruppe (Rheingolder, Chiemgauer, Banken in Schranken, GlobalChange u. a. – alle für mich fragwürdige Vereine) durchsetzen wollen. Es wäre also von Seiten der Geldreformer angebracht, neben vielen anderen unausgegorenen Aussagen auch die Funktionen des Sparens viel variabler und differenzierter zu betrachten, aber nicht nur von der Perspektive der Salden, wie ich im weiteren ausführen werde. Heute haben wir weder eine geschlossene VoWi noch eine feste Geld(„dingsdabumsda“)menge, die umläuft bzw. haben kein einstufiges Bankensystem, wo Einnahmeüberschüsse direkt verliehen werden. (Das geschieht nur zwischen Nichtbanken oder zwischen Banken untereinander). Insofern sind die o. g. mechanischen Sätze von W. Stützel natürlich etwas differenzierter und umfassender zu betrachten. Wir haben hingegen eine global offene VoWi und ein zweistufiges Bankensystem, in dem Buchgeld erzeugt werden kann, ohne dass vorher Einnahmeüberschüsse vorhanden sein müssen. Buchgeldmengen, wie wir wissen, werden heute erhöht durch exzessive Kreditexpansion in Boomzeiten, wobei in anschließenden Preisbereinigungsphasen (Rezession) dann die Kreditmengen über Zentralbanken und Staaten weiter ausgedehnt werden können. Bei der Buchgeldschöpfung stehen nämlich den in Preisen bewerteten „assets“ in der Aktiva der Bankenbilanz die Verbindlichkeiten (Buchgeld) gegenüber. Die gestiegenen Aktienkurse und/oder Immobilienpreise signalisieren dabei Gewinnpotentiale und stellen für die Banken Sicherheiten dar, mit denen sie die Kreditvergabe und damit auch indirekt die Geldschöpfung betreiben können. Refinanzierungsversprechen (bail-out, als lender of last resort) bei Liquiditätsengpässen wie zum Beispiel die des Internationalen Währungsfonds oder der Notenbanken erhöhen die Sicherheit der Spekulation und unterstützen damit eine solche Entwicklung. Die Preise der Aktiva, welches Bestandsgrößen sind, richten sich dabei nach den Flussgrößen (Zinsen/Dividenden) in der Zukunft, wohingegen die geschöpfte Buchgeldmenge (Liquidität) eine Bestandsgröße ist, die diese Flussgrößen in der Zukunft laufend erzeugt. (Geldreformer verwechseln ja gerne mal Bestands- mit Flussgrößen bzw. Kapital mit Liquidität). Geldschöpfung läuft also teilweise ganz unabhängig von Einnahmeüberschüssen ab, denn Banken erzeugen mit der Kreditvergabe das Guthaben bzw. die fungiblen Wertpapiere/Schuldtitel gleich mit. (Die Geldmenge M3 kann natürlich den Kreditfinanzierungsrahmen für Banken zusätzlich erweitern). Wobei ich hier nicht verleugnen will, dass der Zinsdruck mit steigender Buchgeldmenge zunimmt, da die Flussgrößen (Transaktionskasse) ja aufrecht erhalten werden müssen. Insofern muss auch die „Kreditkontraktgeschwindigkeit“ steigen, um laufend neue Zahlungs-/ Schuldentilgungsmittel in die VoWi zu bringen, was durch Clearing (multilaterale Aufrechnung der Forderungen u.Verbindlichkeiten im (Nicht)-Bankenbereich abgemildert wird. – Ich rede hier nicht von „Umlauf“-geschwindigkeit, weil Buchgeld in der heutigen VoWi nicht umläuft. Es wird permanent auf zahlreichen Kontokorrentkonten als Schuldenaufnahme bzw. Schuldentilgung bilanziert/ gecleart. Ebenfalls kann eine Zentralbank als „lender of last resort“ Geld (M0) schöpfen, indem sie am Sekundärmarkt Wertpapiere wie z. B. Staatsanleihen aufkauft bzw. nach Ermessen die Schuldtitel der Geschäftsbanken, die mit der Buchgeldschöpfung erzeugt wurden, monetisiert. Die hohen Staatsschulden der USA z. B. wurden sicherlich nicht durch die bösen Guthabenüberschüssler verursacht, wie Geldreformer schwadronieren, indem sie nicht die Ursachen/Motive betrachten, sondern blind nur auf die Bilanzen/Salden schielen, die aber nur eine Momentaufnahme sind. Es wurden in der Vergangenheit exzessiv freiwillige Schulden gemacht und alle Möglichkeiten dazu ausgeschöpft, im Falle der USA der Standard des Dollars als globale Reservewährung ausgenutzt, um mehr oder weniger beliebig Geld zu emittieren. Niedrige Leitzinsen, laxe Kreditvergabe-Standards, die Verbreitung von exotischen Hypotheken-Produkte und des Wachstums der globalen Märkte für verbriefte Kredite hat z. B. dafür gesorgt, dass die Kreditaufnahme der privaten Haushalte in den USA gestiegen ist, ohne dass man die Ursache bei den Einnahmeüberschüssen zu suchen hätte. Die Einnahmeüberschüsse haben also nicht irgendwie gefehlt vor der Kreditvergabe, sondern es bestand weltweit ein hoher Wachstums- und Verschuldungsdrang (und kein Zwang). Die Handelsbilanzdefizite waren dann das Symptom aber nicht die Ursache. Mittlerweile ist u.a. auch in Deutschland zu beobachten, dass immer mehr Leute auf Pump leben und Gegenwartspräferenzen haben, besonders in den unteren Einkommensgruppen, wobei Unternehmen verstärkt selbst als Kreditgeber auftreten, aber nicht indem sie Überschüsse „verleihen“ sondern durch Bilanzverlängerung. Ein Auto wird bspw. fast nur noch finanziert und selbst technische Anschaffungen wie Waschmaschinen oder Computer werden immer häufiger auf Kredit gekauft. Bei vielen Autohändlern wird so gleich die mtl. Rate ausgewiesen, den Kaufpreis findet man immer seltener. Verschulden wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit! Es können also entgegen W. Stützels Aussagen alle Teilnehmer vorübergehend (!) Brutto-Einnahmeüberschüsse erzeugen, nämlich dann, wenn immer wieder freiwillige Neuschuldner dazu kommen, welche Gegenwartspräferenzen haben. Die Schuldnergruppe haben dann sogleich auch brutto Einnahmeüberschüsse (Liquidität) mit denen sie bezahlen können und können ihr Eigenkapital vermehren. Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten in der Bilanz. Spart also eine Komplementärgruppe für eine bestimmte Periode, muss eine andere Gruppe in der gleichen Periode nicht in Höhe der gesamten Sparsumme ENTsparen oder anders gesagt, ich kann aus einem 5l-Eimer auch 10l Wasser entnehmen, wenn ich gleichzeitig eben soviel oben hinein fülle, indem ich immer wieder neue Wertpapiere / Forderungen also Kapital produziere, die wie oben beschrieben die Kredittilgungen in die Zukunft verschieben. Dieser „Ausgabenüberschuss“ von Stützel ist dann aber der neue Kredit, wobei wieder Zeit gewonnen wird, und die Flussgrößen in zukünftige Perioden verschoben werden. Insofern steht der Satz „Der Ausgabenrückgang einer Gruppe der Ökonomie kann nur dann zu einem Einnahmeüberschuss führen, wenn die Komplementärgruppe einen Ausgabenüberschuss vor- und hinnimmt“ in einem etwas anderen Licht. Wobei ich an dieser Stelle nochmal betone, dass der Zinsdruck mit steigendem Geldvermögen (Kapital) natürlich zunimmt und auch im heutigen Geldsystem nicht unbegrenzt gespart werden kann ohne bonitäre Nachschuldner bzw. beleihbares Kapital, es sei denn die mangelnde Bonität und Insolvenz der Privaten wird immer mehr in die Bilanz der Zentralbanken verlagert. Sowohl die kumulierten wie die durch Tilgung verschwundenen Zahlungsmittel /Sichtguthaben müssen also über kurz oder lang wieder in die VoWi zurückfinden, entweder über Direktinvestitionen / Portefolioinvestitionen, laufend neue Kontokorrentkredite oder Konsum, was sie auch überwiegend tun. Ich will hier deutlich machen, dass die Ursachen der Krisen kausal u.a. in der exzessiven Kreditschöpfung und steigenden Lohn- und Zinseinkommen liegen, so dass ex post diese „Plethora-Kapitale“ überproportional steigen, die nicht mehr rechtzeitig in die Re-Investition zurückfinden, weil es keine lohnenden Anlagen mehr gibt. Und wenn es Anlagemöglichkeiten gibt, dann auf riskanten Märkten mit unsicheren politischen Verhältnissen und Eigentumsstrukturen, die zwar das Spektrum der Finanzaktiva und die Diversifikation erlauben würde, in die aber nicht jeder und schon gar nicht der Normalsparer investieren will. (Da hilft uns weder eine Demurrage noch wäre davon die Notwendigkeit eines gänzlich neuen Geldsystems abzuleiten). Die internationale Kapitalmobilität, die seit den Neunzigerjahren zwischen Industrieländern und den aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern rapide zugenommen hat, (internationale Portfolioinvestitionen, Bankkreditvergabe sowie Direktinvestitionen und globaler Güterverkehr), konnte die Ungleichgewichte zwischen Ersparnis und Investitionen nur teilweise ausgleichen. Die exzessive Dollarausweitung und internationaler Steuerwettbewerb verschärfte zusätzlich die internationalen makro-ökonomischen Anpassungsprobleme, die Volatilität und die Krisenanfälligkeit. ---- Andererseits, wie ich weiter unten ausführe, muss Gleichgewicht kein erstrebenswertes Ziel sein im Kapitalismus, denn es kann ihn niemals geben. Auch Paul C. Martin hat in seinem Werk „Kapitalismus - Ein System das funktioniert“ eindrucksvoll und logisch erläutert, dass es im debitistischen Kapitalismus generell kein Gleichgewicht geben kann, insofern taugen auch neben den Geldreformmodellen die neoklassischen Modelle nur wenig, die Geld als einen neutralen Schleier betrachten, der über den Tauschverhältnissen schwebt. Denn erst Ungleichgewichte ermöglichen ja die Allokation der Ressourcen über das Medium Geld und treibt uns zur Wirtschaft an, alles andere wären Tauschtheorien. Der Kapitalismus ist eine Verschuldungs- und Produktionskette des „Debitismus“. Verschuldung zieht Verschuldung nach sich und jeder fehlende Cash Flow ist eine Verschuldung. Das ist der Sinn der Kapitalismus, nämlich Ungleichgewichte zu ermöglichen. So ehrlich muss man schon sein, um nicht in sozialistischen Marktwirtschaften zu philosophieren. Aber das Guthaben ist kein Ding, das erst bei seiner Verschiebung seine Wirkung entfaltet. Und wenn alle mit dem Kopf über dem Meeresspiegel schwimmen baut niemand langfristig Kapital auf, kann sich niemand verschulden. Das heißt, Kreditlinien müssen erhalten bleiben, denn man kann keine Fundamente zerstören um dann den Turm in den Himmel zu bauen. Dazu würden wir vorab eine Bankenunion benötigen, die alle Geschäftsbanken verstaatlicht und unter Kontrolle nimmt und die Liquidität optimal steuert. Ich will damit aber NICHT sagen, dass man Überakkumulation und Preisblasen bzw. Finanzkrisen nun nicht entgegenwirken sollte, denn die mit der Krise verbundene Entwertung von Kapital paralysiert durch den allgemeinen Preisverfall ja auch die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel und unterbricht an vielen Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen. Zusätzlich sorgen Krisen für eine zusätzliche Umverteilung von „unten nach oben“. Diese ganzen Kreislauf- und Gleichgewichtsmodelle der Geldreformer, sind aber alle für die Tonne, weil kein Anfang und Ende. Dort wird aus dem nichts für das nichts (Ausgeglichenheit) gewirtschaftet. Das ist aber mehr Einbildung, als Bildung. Wirtschaftssubjekte handeln auch nicht mechanisch, (da haben die Neoklassiker schon daneben gelegen), bzw. in einer anonymen VoWi, die auf Wettbewerb beruht und mehr oder weniger dem Gefangenendilemma unterliegt, werden wirtschaftliche Entscheidungen überwiegend unter (sozialer) Unsicherheit getroffen, nicht unter einem berechenbaren Risiko. Die Wirtschaftssubjekte versuchen dieser Unsicherheit zu begegnen, indem sie feste Verträge schließen, die sozusagen Brücken in eine unsichere Zukunft schlagen sollen. Als wichtigste Wirtschaftsverträge gelten neben den Kreditverträgen zum Beispiel auch die die Festlegung des tariflichen Lohnniveaus Daraus ergeben sich für die Preise Rigiditäten. Wegen dieser Rigiditäten kann kein Preismechanismus wirken, der Marktungleichgewichte bereinigt. Vielmehr passen sich die Wirtschaftssubjekte über die Mengen an, so dass es dauerhaft zu Marktungleichgewichten kommt. Wir haben also hohe unelastische (mehr oder weniger tariflich fixierte) Einkommen, die gar nicht unbedingt rechtzeitig in den Konsum fließen können, weil der Bedarf einfach nicht rechtzeitig da ist. Folglich wird akkumuliert, weil man aus verschiedensten Motiven (Spekulations-/ Vorsichtskasse) akkumulieren KANN und MUSS. Man kann das Sparparadoxon bzw. die Marktungleichgewichte kausal also nicht nur auf die Kapitalerträge anwenden, sondern müsste alle Lohneinkommen hinterfragen, die viel zu hoch sind, als dass sie auf einmal verkonsumiert werden könnten. Unternehmergruppen hingegen haben durch Marktmacht bzw. durch Vorsprünge (im Technologie- und im Wissensbereich, Erfahrungsdifferenzen im Produktions-, Marketing- oder Organisationsbereich, im Standortbereich u. a.) mehr Überschüsse als andere Komplementärgruppen, die nicht sofort den Weg in eine nachhaltige (möglichst risikolose) Re-Investition finden können, bzw. sie müssen gezwungenermaßen zwecks Kostenminimierung auch Rücklagen halten, um für Konjunkturschwankungen oder andere plötzliche Ereignisse oder Investitionspläne liquide zu bleiben. Auf der anderen Seite hast du Gruppen, die nicht warten können und wollen. Sonst gäbe es keinen Zins. Bringt die Demurrage also mehr „Gleichgewicht“? Das wage ich doch zu bezweifeln und sie verehrte Leser hoffentlich nun auch nach meinen Ausführungen. Ungleichgewichte haben wirtschaftspolitische wie auch strukturelle Ursachen auf dem Weltmarkt, zudem kann es wie gesagt keinen Kapitalismus geben ohne Ungleichgewicht, das geht nur in einer sozialistischen „Tauschwirtschaft“. Überschüsse lassen sich auch nicht mit irgendeiner Demurrage in eine „nachhaltige“ oder „produktive“ Re-Investiton“ oder den Konsum zwingen, wie die Geldreformer meinen. Einige fabulieren sogar von Salden, die um die Null schwanken. Und zwar deshalb, weil wie gesagt die Überschüssler entweder ihre Pläne aufschieben wollen und berechtigterweise Zukunftspräferenzen haben, bzw. die Liquiditätszurückhaltung auch Marktvorteile und Sicherheit bringt für den Einzelnen / die einzelne Gruppe, damit sie auf dem Markt bestehen bleiben, oder weil das Risiko der Investition momentan erst mal schlicht zu hoch ist (aber sich später ändern kann !) und in keinem Verhältnis steht zum Verlust durch diese abstruse Demurrage. Und schon gar nicht dann, wenn (Nicht-)Unternehmen durch hohe Lohn- und Zinseinkommen immer wieder zusätzlich akkumulieren können. Stellt man die Liquiditätsreserven mit dem prozentualen Verlust durch eine Demurrage für den Einzelnen mal ins Verhältnis zu den teilweise hohen Umsätzen / Einkommen, die heute erzielt werden, wären diese Liquiditätskosten auch relativ gering und verschmerzbar für die Überschüssler. Das wäre ähnlich einer erhöhten Einkommensteuer, die man halt mit einplanen muss, würde aber kaum etwas am strategischen Liquiditätsmanagement ändern, da wie gesagt, Unternehmen i.d.R. nicht vorhaben, etwas nutzlos liegenzulassen. Aber selbst, wenn diese Demurrage bestimmte Effekte hätte und zusätzlich einen Investitions- bzw. Konsumdruck ex ante auslösen würde, kann man kaum davon ausgehen, dass diese Liquiditätsströme weder eine optimalere Allokation bieten noch die Akkumulation verhindern würden, denn die strukturellen und wirtschaftspolitischen Probleme und die unvollkommenen Märkte, die zu den Überschüssen und zu den Krisen ex ante geführt haben, bleiben ja erhalten. Überschüsse würden nur hin- und hergeschoben. Schafft man diese Probleme weitgehendst ab, ergäbe sich dann erneut die Frage, ob es diese Demurrage bzw. ein neues Geldsystem dann bräuchte. Welchen Sinn hätte es noch? -------- Um nochmal auf die Staatsverschuldung zurückzukommen – die angeblich lt. Jörg Buschbeck das Ergebnis der bösen Guthaben sein soll – so gibt es nicht unbedingt eine Kausalität zwischen Neuverschuldung eines Staates und Steigerung der Sparquote, auch wenn man das saldenmechanisch aufrechnen kann. Die Staatsverschuldungen entstanden nämlich nicht nur durch konjunkturbedingte Steuerausfälle oder „deficit spending“, weil die Nachfrage zurückging – oder anders herum gesagt, hätten die Staaten bei einer Nullsparquote nicht unbedingt bedeutend weniger Schulden – sondern die Verschuldung entstand auch aus einer „laxen und machtpolitisch motivierten Haushaltspolitik“. Das müssten die Geldreformer ansonsten erst mal nachweisen, denn eine Kausalität aus der tautologischen Saldenmechanik abzuleiten, reicht nicht aus, Das liegt auch daran, dass wir wie gesagt keine geschlossenen Volkswirtschaften haben. Wenn die USA also sogar eine niedrige Sparquote hat und dazu noch auf Pump ihre Konsumnachfrage für ausländische (Import-) Güter erhöht, können die Exportländer die kumulierten Exportüberschüsse in anderen Staaten als die USA re-investieren (wo höhere Zinsen sind), so dass das Geld gar nicht in die USA zurückkommt, und sich somit anderswo wieder kumulierte Überschüsse ansammeln, da nicht genug Bedarf vorhanden ist für amerikanische Güter oder lohnende Investitionen. Die Überschüsse bleiben also zum Teil auf den Konten der Überschüssler selbst. Und im Fall Griechenland hat der Staat sich nicht überschuldet, weil die Griechen oder Deutschen alle so fleißig gespart haben, sondern aufgrund falscher Haushaltspolitik, bzw. die Regierung hat fiskalisch versagt, und erhöhte gleichzeitig großzügig seine Konsumausgaben (Bürokratie, Sozialausgaben etc.) und damit die Importe. Sie hatte also mehr Ausgaben als Einahmen und damit Kreditexpansion betrieben, was zu Kapitalabflüssen führte, ohne dass die Produktionskapazitäten sich in Griechenland erhöht hätten. Es gab nicht genug griechische Warenangebote, die diese Abflüsse wieder zurückgeführt hätten zu den Schuldnern. Auch in den USA hat sich der Staat (neben den Bürgern) fleißig verschuldet, um u. a. seine hohen Militärausgaben für geostrategische Ziele zu finanzieren. Das was möglich, weil die Zentralbank der USA (Fed) es sich erlauben konnte, aufgrund des Dollars als globale Leitwährung die Geldmenge dementsprechend auszuweiten, so dass nun weltweit hohe Dollarreserven bei den Staaten und Zentralbanken schlummern. Hätte man das nun verhindern können, indem weniger gespart würde in den USA? Auch die Bankenkrisen, als Folge von Deregulierung der Finanzmärkte und niedriger Leitzinsen zogen gigantische Rettungskosten, Steuerausfälle und Sozialausgaben nach sich, was zur Staatsverschuldung führte. Denn die privaten exzessiv steigenden Kreditverhältnisse mussten durch das Einspringen der öffentlichen Hand gerettet werden, da diese aus erzielten Profiten nicht mehr bedient werden konnten. Und so könnten wir das nun fortführen und uns sämtliche Verschuldungshistorien aller Staaten/Privaten anschauen. Wir werden bemerken, dass die Ursache der (Staats-)Verschuldung nicht am Sparen der (Nicht-)Unternehmer ihre Ursache hatte, wie uns besonders Jörg Buschbeck, Axel Grimm, Helmut Creutz u. a. „EX-perten“ suggerieren wollen, also dass „Sparen die (Staats-)Verschuldung erzwingt“. Wenn Sparen letztlich die Verschuldung erzwingt, dann sind das schon Symptome aber nicht die Ursache. Ich wiederhole also: nicht das Sparparadoxon ist rückblickend krisenverschärfend, sondern die exzessive Kreditexpansion ex ante, so dass im Nachhinein eine optimale Allokation der Zahlungsmittel und eine Rückführung der gesparten Überschüsse zu den Schuldnern per Konsum oder Re-Investition nicht mehr rechtzeitig möglich ist und somit die Leistungsbilanzdefizite (Salden) stehen bleiben. Es scheitert am rechtzeitigen Konsum- und am Investitionsbedarf (-möglichkeiten). Beschleunigte exzessive Kreditvergabe kann nun mal nicht ex post automatisch zu beschleunigten Konsum und Re-Investition der kumulierten Guthaben führen. Es hilft uns aber wie ich gerne wiederhole auch nicht weiter, den Bergabhang nun steiler zu machen und schneller zu konsumieren indem wir die Überschüsse mit einer „Kaufkraftverluststeuer“ einer „Gleichgewichtssteuer“ oder Demurrage bepreisen, weil dadurch einfach nicht mehr Gleichgewicht hergestellt wird und diese die wirtschaftspolitischen und strukturellen Probleme des unvollkommenen Marktes nicht löst. Löst man diese aber, braucht es imho keine Geldreform. Die steigende Vermögensschere kann man bestenfalls fiskalisch und wirtschaftspolitisch vermindern bzw. generell durch verminderte Kreditaufnahme. Die Idee einer „saldenlosen VoWi“ basieren letztlich alle auf naiven (Tausch-)Kreislaufmodellen, Gleichgewichtsmodellen und „wörgel'schen Spinnereien", auf der Idee eines Perpetuum Mobile, was aber in komplexen System gar nicht möglich ist. Wobei die Wirtschafts- und Steuerpolitik und die strukturellen Probleme bzw. die unvollkommenen Märkte, welche die Hauptursache vieler Marktstörungen sind, stets immer nur sekundär betrachtet werden, und man nun meint, die Ursachen im Geldsystem verorten zu müssen. Am besten gibt man dann noch etwas „Brakteaten“-Würze und „altägyptische Tontafel“-Stückchen in den Spinner-Eintopf des fließenden Geldes, indem man den Lesern somit suggeriert, es hätte damals funktionierende krisenfreie Märkte gegeben, und so kocht sich dann jeder sein ideologischen Eintopf zusammen, den man dem Volk dann schmackhaft machen will. Das ist ja auch der große Irrtum der sog. Freiwirte, dass sie eine Theorie (Silvio Gesell), die teilweise auf ein exogenes Geldsystem in kleinen geschlossenen autarken Wirtschaftskreisen passen könnte, unverändert auf unser heutiges endogenes Geldsystem anwenden wollen. Es stellt sich aber noch eine ganz andere Frage abgesehen von der saldenmechanischen Gaga-Argumentation der Gleichgewichtsfanatiker: Hat es ökonomisch wie ethisch gesehen ÜBERHAUPT einen Sinn, das Investitions-Risiko des Unternehmers zu minimieren, indem der Konsument nun gesetzlich gezwungen werden soll, seine Zukunftspräferenzen aufzugeben, also jeden Schrott sofort zu kaufen, nur um ein Gleichgewicht zu erhalten, welches als Idee lediglich in den Köpfen der Geldreformer spukt und durch Mehrkonsum sowieso nicht herzustellen ist? Hinter der Gleichgewichtsidee steht ja auch die Idee, man könnte exogen eine perfekte (Vollgeld-)Geldmenge maßschneidern, die passen wäre für die VoWi. Das hieße ja, jeder Unternehmer kann jeden „Schrott“ produzieren den er will, was er ja auch nur macht, um seinen Gewinn zu maximieren, und wenn ihr bösen Konsumenten das nicht sofort haben wollt und wenn ihr spart, gibt es etwas von Papa Staat mit der Demurrage-Peitsche. Dadurch wird allerdings die „Verhandlungsstärke“ von den Konsumenten zu den Unternehmen verlagert. Denn die Initiative geht ja vom Unternehmer aus, also ist er auch verantwortlich, so innovativ zu sein, dass die Verbraucher die Produkte kaufen und sich dafür verschulden oder ihre Sparguthaben auflösen. Es sind doch gerade die Ungleichgewichte zwischen Unternehmer und Konsumenten, die den Status quo verhindern und zu immer neuen Produkt-Innovationen führen. Die Konsumausgaben für das Existenzminimum werden sowieso bezahlt, es geht hier praktisch nur um die Güter und Dienstleistungen, die man zusätzlich leisten könnte aber nicht muss, und welche die Unternehmer uns andrehen wollen und deshalb laufend künstliche Bedürfnisse schaffen, weil sie unbedingt neue Nachschuldner brauchen, um ihre Schulden zu bedienen. ------- Vermehrtes Sparen kann aber auch stabilisierend wirken nach zu hohen Konsumausgaben ex ante. Der Anstieg der Sparquote in den USA von 1% auf 6% kann den Konsumenten nun sogar helfen, in Vorbereitung auf den Ruhestand „Notgroschen“ aufzubauen, was dazu beitragen wird, das bestehende Ungleichgewicht in der US-Leistungsbilanz zu glätten. (vgl. Reuven Glick und Kevin Lansing in „Consumer and the Economy, Part I“). Mittlerweile sind auch viele Unternehmen schon an Netto-Investitionsgrenzen bzw. Bonitätsgrenzen, stammend aus der Boomzeit nun angelangt, da sie ja auch aufgrund des Zusatzkonsums durch die Konsumentenkredite sich zusätzlich verschuldet haben, um zu investieren bzw. ihre Produktionskapazitäten zu erweitern. Wenn Unternehmen an die Kreditunwürdigkeitsgrenze kommen, spielen viele andere interne und externe Faktoren eine Rolle als angeblich herumliegende Guthaben. Es ist also nicht gesagt, dass mit einer ENTsparung und Auflösung der Guthaben oder einer Investitionspeitsche wie der Demurrage nun die Netto-Investitionen automatisch NOCH mehr steigen würden, bloß weil die Kapazitäten mehr ausgelastet würden. Eher würden sich die Verbraucherpreise erhöhen. Auch die Erhöhung der unteren Einkommen (durch mehr Umverteilung) würde das Gerechtigkeitsproblem aber nicht das Nachschuldnerproblem lösen, sondern hätte lediglich den Effekt, dass diese Konsumenten dann mehr netto konsumieren und dieses zusätzliche Einkommenserhöhungen die Konsumentenkredite verdrängen. Das wäre von der monetären Seite lediglich ein Nullsummenspiel. Zu guter Letzt sollten die Guthabenkrisenfanatiker auch nicht nur auf die Guthaben äugeln, sondern auch die ENTspareffekte nicht ignorieren. Nichtunternehmer z. B. sparen weniger als noch vor 20 Jahren. Die Ausgabenmentalität ist also nicht nur bei den Erben gestiegen sondern bei vielen Sparern aus der Mittelschicht. Zudem werden laufend Renten und Versicherungen ausgezahlt und gelangen somit in die Transaktionskasse. Auch Vermögende sparen keine bedeutsamen Summen an Liquidität, wie ich oben ausführte, dass man sagen könnte, es gäbe hier Nachfrageverzicht mit deflationären Effekten. Zumal das Banksparen nur noch negative Realzinsen beschert, von daher lassen die Vermögenden nicht langfristig etwas herumliegen. Die Zahlungsmittel gelangen neben den Investitionen über Umwege (Stiftungen, Eigenkonsum) ebenfalls in den Konsum bzw. in Sachgüter. Nein, verehrte Leser, lassen wir uns nicht aufs „Creutz“ legen oder hinter den Busch (-beck) führen von den Geldreformern. :-) Wenn wir die Krisen entschärfen wollen, müssen wir lediglich den Finanzmarkt wieder regulieren und transparenter machen. Zudem müssen wir wirtschaftspolitisch international für mehr Ausgleich sorgen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Bevölkerungen der Industrieländer, incl. deren relativ hohen und fixen Tariflöhne – die ja nicht alle sofort verkonsumiert werden KÖNNEN – privilegiert sind, weil ihre Wirtschaftsräume auf die Rohstoffe und Arbeit bzw. Ausbeutung anderer Länder zurückgreifen können. Man läuft also Gefahr, bei allen lokalen Verteilungskämpfen, die (monetäre) Ungleichheit im globalen Maßstab aus dem Blick zu verlieren. Wenn die Weltbank z. B. seit Jahrzehnten die Öffnung der Märkte und Privatisierungen in Entwicklungsländern vorantreibt bzw. wenn die Weltbank die Schuldenerlasse seit 2000 nutzt, um weiterhin ihre Privatisierungs- und Liberalisierungspolitik durchzusetzen, oder wenn die Weltbank langjährige einseitige Förderung von Großprojekten wie Staudämmen oder fossilen Energien fördert bzw. wenn die Geberländer wie etwa die Staaten der Europäischen Union eigene Agrarprodukte subventionieren und in die Entwicklungsländer exportieren, was dort die Entwicklung der Landwirtschaft behindert, dann sind das alles wirtschaftspolitische Entscheidungen seitens der Industrieländer, die zu Akkumulationen führen und haben kausal mit dem Geldsystem nichts zu tun. Denn Banken bzw. MFIs passen sich lediglich der Wirtschaftsordnung an bzw. nutzen den zur Verfügung stehenden Regulierungsrahmen. Oder wenn die USA massiv Dollar druckt, um ihre hohen Kriegsfinanzierungen und ihren Konsum zu bezahlen, entstehen hohe Überschussreserven. Brauchen wir deshalb nun ein neues Geldsystem in Deutschland? Ich gelange also bis hierher zu der Erkenntnis, dass die Probleme der Fehlallokation und der Akkumulation durch die o.g. Instrumente der Geldreformer und generell durch eine Geldreform nicht gelöst werden. Wir haben imho überwiegend strukturelle und (internationale) wirtschaftspolitische Probleme, die an primärer Stelle irgendwelcher Geldreformen stehen und politisch gelöst werden müssen. Der Ansatz am Geldsystem führt uns hier nicht weiter. Die Fokussierung auf ein anderes Geldsystem ist hier völlig fehl am Platz und dient nur der Propaganda. Die nationale aber auch globale Umverteilungsproblematik bzw. die Auswüchse der Einkommen lassen sich primär nur fiskalisch bzw. wirtschaftspolitisch regeln (Schutzzölle, Kapitalertrags- ,Vermögens- Unternehmersteuer u.v. a. Maßnahmen), Das Wirtschaften übrigens vermögen nur weitestgehend staatsunaffektierte natürliche und juristische Personen unter vollem Einsatz ihres Habitus und Eigentums in jeglicher Hinsicht, wohingegen insbesondere eine Fettstaatsmafiabande noch nicht einmal zu haushalten geschweige denn zu wirtschaften vermag - die können nur Produzieren, und je grösser der dabei fabrizierte Bockmist ist, desto lauter ertönen die grosskollektivistischen Lobeshymnen der Linken oder einiger Geldreformer mit ihrem Staatsgeld („Monetative“). In einem staatsgeplanten oder kooperativen Produktionsnetz wird allerdings überhaupt kein „Schuldgeld" benötigt, weil es dort ein solches Geld infolge Ermangelung jeglicher Eigentumsordnung überhaupt nicht geben kann. Gruß

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    […] hierzu noch das Thema Guthabenkrise studieren möchte, der folge einfach dem Link auf dem Wort. Denn wenn wer von Schuldenkrise redet, […]

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  • 07/19/15--05:43: Von: Joachim Weiss
  • Haben wir eine „GUTHABENKRISE" Herr Jörg Buschbeck und Neo-Gesellianer (Helmut Creutz, Andreas Popp) et al? - neu editiert und ergänzt Warum die ERSPARNISBILDUNG für das Funktionieren des kapitalistischen Systems sehr wichtig ist und warum Banken SPARER für ihre RE-FINANZIERUNG brauchen. Ich komme hier zu dem Schluss, dass wir keine Guthabenkrise haben und es sich dabei eher um ein typisches Oxymoron der Neo-Gesellianer handelt, die aus Symptomen eine Ursache stricken wollen. Natürlich haben die Vertreter, hier insbesondere Herr Buschbeck, schon viel Mühe und vergeblich Kraft in diese Theorie gesteckt, so dass ein Zurückrudern ohne Gesichtsverlust nicht mehr möglich ist. Er verteidigt eigentlich nur noch seine Ruf, wie viele, die sich zu früh auf eine bestimmte Theorie festlegen bzw. sich irgendwie einen Namen machen wollen oder sich „auf ein Podest stellen" und meinen, man könnte mit gesellianischen Methoden den Kapitalismus irgendwie „reparieren". Die einzige Reparatur ist jedoch die Abschaffung dessen. Ansonsten lassen sich aus der Saldenmechanik keine Kausalitäten ableiten bzgl. globaler Einkommens-/Eigentumsverteilung, Machtverteilung, Akkumulationen, Verschuldung u.a.Probleme. Anhand der Saldenmechanik lassen sich triviale Aussagen machen, dass z. B. Sparen die Verschuldung erzwingt, unter der Prämisse, dass „die Summe aller Schulden die Summe aller Guthaben ist", oder dass es ein Problem ist, wenn Schulden Termin haben und die Guthaben nicht. Es gibt ein Problem dabei, was mir von Anfang an sofort aufgefallen war beim Lesen der Saldenmechanik und den Thesen der Apologeten, die diese vertreten: a) der Fälligkeitstermin der Forderung gegen den Kreditnehmer in der Betrachtung wird zuwenig oder gar nicht berücksichtigt, was leicht zu Verwirrungen führt, bzw. wird der Vorgang des ENTsparens aus Vorperioden oder des Reinvestierens kaum berücksichtigt, was ja wiederum laufend auch „Schuldentilgungsmittel" bereitstellt und den Fälligkeitstermin neuer Schulden nach vorne rückt. Die („gehorteten") Guthaben fehlen erst dann zur Tilgung, wenn über den Fälligkeitstermin der (Bank-)Kredite bzw. sämtlicher Forderungen hinausgespart wird, indem sie entstanden sind. Das gleiche gilt für private Geldvermögen durch Direktkredite (Anleihen,Pfandbriefe u.a. Schuldverschreibungen) – Dabei ist es übrigens völlig egal, welche Einkommensart gespart wird, also ob es die Geldvermögenszinsen sind, die von der Bank realisierten Zinsgewinne, die Unternehmergewinne ( = Eigenkapitalzinsen) oder die Lohneinkommen sind. (Man liest ja immer mal wieder einseitig, „der Zins erzwingt angeblich die Verschuldung"). Doch sämtliche Fälligkeitstermine der privaten Geldvermögen sind nicht bekannt bzw. verschieben sich immer wieder nach vorne. Anhand der Betrachtungen der Geldaggregate M1- M3 (z. B. in der Bundesbankbilanz) oder in der uns bekannten Grafik des Zins-Apologeten Helmut Creutz, mit der er uns verzaubern wollte, indem er zeigt, dass die Guthaben M3 gleich den Forderungen entsprechen und dass die Guthabenmenge M3 laufend gestiegen und gestiegen ist, lassen sich keine Aussagen treffen, ob und wann Schulden tilgbar sind oder nicht, oder ob generell zu viel gespart wurde. Summen /Bestandsgrößen zum Bilanztermin sagen halt wenig über Flussgrößen und Termine aus, d. h. wieviel getilgt wurde, wieder neue Kredite aufgenommen wurden etc. Es sagt auch nichts darüber aus, ob die Guthaben die Schulden erzwungen haben oder ob der Anstieg der Geldvermögen durch einen freiwilligen credit boom entstanden ist. (Letzteres ist bekanntermaßen wahr, wie wir wissen). Durch laufende Neuverschuldung werden stets alte Forderungen (Bankkredite, Anleihen etc.) auch laufend zum Termin getilgt. Es müssen also niemals alle Schulden in Summe auf einmal getilgt werden, sondern es kommt darauf an, ob es laufend freiwillige Nachschuldner gibt, die frische Liquidität ins Spiel bringen und die Guthabenhalter nicht ewig auf ihren Guthaben (M3) sitzen bleiben, was in der Realität kaum der Fall ist. – Wobei übrigens Guthaben mehrfache private Forderungen (Anleihen) unter Nichtbanken tilgen können, aber Bankforderungen hingegen nur einmal, denn bei Tilgung eines Bankkredits durch eine Nichtbank wird das Guthaben M1 ausgebucht in der Bankbilanz.Das Geld verschwindet ex nihilo, woher es gekommen ist. Das gleiche gilt auch für M0: Zentralbankgeldüberschüsse können also mehrfach herumgereicht werden zwischen den Banken und Interbankenforderungen tilgen, bis das Guthaben letztlich zum Termin bei der Zentralbank im Rahmen der Rückkaufgeschäfte wieder ausgebucht wird – Die Höhe der Schuldensumme ist dabei eigentlich nicht so entscheidend, sondern dass diese Kredite auch durch die Märkte regelmäßig zum Termin erfüllbar bleiben, also dass die Schuldner (finanzielle/nichtfinanzielle UnternehmerHaushalte, Staaten) solvent bleiben, indem es zum Beispiel den Unternehmern gelingt, laufend ihr Waren- und Dienstleistungsangebot so zu gestalten, dass es nachgefragt wird und sie die zukünftigen Märkte während der Kreditlaufzeit möglichst richtig einschätzen, so dass sie zahlungsfähig bleiben bzgl. ihrer Kosten. Oder dass es Staaten gelingt, stets regelmäßig ihre Steuern einzuziehen. Je langfristiger allerdings die Forderungen sind, desto höher ist das Risiko. Bei einer 30-jährigen Bundesanleihe zum Beispiel weiß niemand, wie der Markt in 30 Jahren aussehen wird. Ein Unternehmer aber, der einen langfristigen Ratenkredit nimmt, tilgt ja fortlaufend (Annuitäten) und wird dadurch mit jeder Tilgungsrate wieder solventer und kann sich bei Bedarf neu verschulden. (Solange sich natürlich der Wert seiner Pfänder nicht verringert, insofern müsste er Pfänder nachschießen oder neue Bürgschaften bringen). Da Wirtschaften generell niemals ohne Nachschuldner funktioniert im Kapitalismus – denn gewirtschaftet wird wegen Profit – und es stets solange freiwillige Nachschuldner gibt, solange es gelingt, seitens der Unternehmer (künstliche) Nachfrage zu schaffen und damit Märkte aufrecht zu erhalten bzw. solange es irgendwo Wachstumsmärkte gibt, können Bankguthaben oder Wertpapiere ( = Forderungen) solange gespart werden, wie auch gewirtschaftet wird. Eine schuldenlose Wirtschaft gibt es nicht, denn das wäre dann die wettbewerbslose sozialistische „Tauschwirtschaft", wo nur noch Güterberge getauscht werden, die wir gemeinsam produzieren. Wir können im kapitalistischen Markt auch nicht in Vorräte (Gutscheine) sparen, (mit staatlicher Garantie) wie ich schon gelesen habe, z. B. Kilowattstunde in Strom oder Fahrscheine, da auch Energieunternehmen global im Wettbewerb stehen und der Sparer gar nicht weiß, ob das Energieunternehmen überhaupt noch in 20 Jahren auf dem Markt ist. Seine Gutscheine werden wertlos. Das ist im Prinzip nichts anderes als Aktien. Zudem müsste man das dann konsequenterweise auf alle Unternehmen ausweiten, denn wir sparen ja nicht nur für Strom. Das hieße also, Verstaatlichung aller Unternehmen, wo wir dann alle gemeinsam in Gutscheine sparen. Dann wären wir im Sozialismus, wo Profite keine Rolle spielen. Doch kapitalistische Wettbewerbs-Wirtschaft bedeutet immer auch Vorfinanzierung, damit Güter und Infrastruktur überhaupt realisiert werden. Und damit sind wir auch bei der Frage der berüchtigten Wettbewerbsfähigkeit; bei der Frage von Subventionen und Schutzzöllen; bei der Frage von Economies of Scales und Scopes; bei der Frage von Lern- und Erfahrungskurveneffekten; bei der Frage von Größenvorteilen; bei der Frage von Marktanteilen; bei der Frage von Einkaufsmacht (geringere Einkaufspreise) und der Frage der Kapitalausstattung für Marketing und Werbung (höhere Verkaufspreise), der Markteintrittsbarrieren und ähnlichem mehr. Nichts stört den Kapitalisten bzw. den Kapitalismus mehr als Wettbewerb. Denn Wettbewerb versaut die Profite. Es ist ergo ein Irrtum zu glauben, alle könnten mit dem Kopf über Wasser schwimmen und wir haben alle nur noch monetäre Überschüsse bzw. haben alle keine Verbindlichkeiten in der Bilanz und tauschen uns diese monetären Überschüsse gegenseitig gegen Güter – ein Wirtschaften quasi um die schwarze Null herum und alle sind überwiegend im Plus. Doch noch sind wir nicht im Sozialismus. Die Frage stellt sich auch, ob nun w e n i g e r verschuldet würde, wenn mehr Überschüsse in den Konsum ENTspart würden und wenn, ob dadurch mehr „Gleichgewicht" entstünde, auch bezgl. der Außenhandelssalden im kapitalistischen System. b) die Saldenmechanik verleitet dazu, die Kausalität der Verschuldung leichtfertig umzudrehen, da inhärent eine Tautologie besteht. Doch an erster Stelle steht immer der Kredit, welcher ein Fälligkeitstermin hat ( = Forderungen der Geschäftsbank) und ex post entsteht in gleicher Höhe ein nullfristiges Guthaben als „Zahlungsmittel" ohne Termin, welches später wiederum von einem Sparer mit Frist belegt werden kann. Verschuldungs-„zwänge" (welche oftmals gar nicht aus dem Banksparen resultieren) ergeben sich aus vielfältigen Gründen, also unabhängig vom Sparen und oftmals in Verbindung mit einem credit boom und expansiver Geldpolitik, zum Beispiel: – ein erhöhter globaler Wettbewerbsdruck (ständiges Überbieten von neuen Innovationen) um am Markt bestehen zu bleiben, sein Eigenkapital verteidigen zu können, von daher muss oftmals hoch und langfristig vorfinanziert werden, z. B. in Forschung und Entwicklung, in modernere Maschinen oder Fuhrpark, in Dienstleistungen, um Produktionsprozesse zu optimieren u. v. a. - Es besteht ergo laufend Bedarf nach Liquidität, welche den Schuldnern als Einkommen auf dem Markt noch nicht zur Verfügung steht und diese erst im Wettbewerb über die Zeit realisieren müssen, und Unternehmer zudem keine Zeit haben, mühsam über Jahre oder Jahrzehnte Überschüsse anzusparen, um endlich die Investition zu realisieren. Bis dahin wären sie schon vom Markt. – generell aus dem Drang nach Profitmaximierung (in der Realwirtschaft oder am Finanzmarkt). Durch die Produktion von neuen Dingen oder durch die billigere Produktion von alten Dingen lassen sich ständig neue Gewinnmöglichkeiten verwirklichen und fordern neue Investitionen. Diese neuen Produkte und neuen Methoden konkurrieren die alten Produkte und alten Methoden nicht zu gleichen Bedingungen, sondern mit einem entscheidenden Vorsprung, der für die letzteren das Ende bedeuten kann. Dadurch kann es auch dazu kommen, das alte Produkte plötzlich nicht mehr genügend nachgefragt werden, weil nicht gebraucht, und die alten Kredite aber dennoch weiter bestehen (Marktänderungsrisiko). Kaum ein Unternehmen (es sei denn mit Monopolstellung) kann es sich leisten, Schulden tatsächlich zurückzuzahlen und sich auszuruhen. Vielmehr versucht es zu wachsen, um auf dieser Basis weitere Kredite zu erhalten ( = Hebeln des Eigenkapitals), mit Hilfe derer er seinen Betrieb laufend ausbaut und modernisiert um gute Ware zum besten Preis anbieten zu können. – durch Mobilität der globalen Zahlungsströme, wobei zuviel Zeit vergeht, bis die Zahlungsmittel durch Konsum oder Reinvestition wieder zurück sind beim Ursprungsschuldner. Es braucht von daher laufend auch kurzfristige Liquidität zum Überbrücken der Zeit (überwiegend über Kontokorrentkonten). Das kann man teilweise ausgleichen durch Cashpooling, kurzfristige Händlerkredite oder bi-/multilaterales Clearing. – Verschuldungs-„zwang" von seitens der Staaten: Weil die Steuerforderungen nicht übereinstimmen mit den Ausgabeplänen (Verbindlichkeiten), z. B. durch Steuerausfälle wegen Konkurrenz der Machtsysteme wie internationaler Steuerwettbewerb, laufend steigende Ausgaben durch Rüstungswettläufe, Rohstoffkriege u.ä. um inländische Profite zu sichern, wuchernde bürokratische Systeme und Verwaltungszentren (auch verursacht durch immer komplexer werdende Gesetzgebung), wegen Erkauf der Loyalität der Wähler, Prestigeausgaben u.a. Das bessere Bewirtschaften einer Eigentumsökonomie führt immer zu einem Gewinn an Zeit, so dass die Steuer früher als zum Termin an die Macht bezahlt werden könnte. Da die Macht mit einem fixen Steuertermin arbeiten muss, bedeutet der Gewinn an Zeit, dass private Forderungen (in Form von Geld) angehäuft werden, was den Wert der Steuer automatisch senkt. Nun könnte man einfach sagen, weil auf der einen Seite gespart wird fehlt auf der anderen Seite in gleicher Höhe immer das gesparte Guthaben zum Tilgen des Kredits in der Wirtschaft und alle Staatsschulden sind durch die bösen Sparer entstanden und der Staat war immer der liebe Keynesianer, der uns alle vor dem deflationären Untergang bewahrt hat, indem er als Ersatzschuldner aufgetreten ist. Im tautologischen Umkehrschluss: Würde nicht gespart, gäbe es weniger Verschuldung, was so vereinfacht aber nicht unbedingt stimmt. Denn ob mehr oder weniger gespart wird, ändert nichts am globalen Verteilungskampf um die Guthaben und Machtstrukturen auf dem Markt. Es verändert nur die monetäre Verteilung, weg von den Sparern hin zu den Unternehmen, was nicht unbedingt immer zum Vorteil für alle ist. Man betrachtet hier lediglich die Liquiditätsseite, lenkt damit aber von den ungleichen globalen Eigentums- und Einkommens-Strukturen ab. Würde man dies „optimieren". gäbe es mitunter keine Liquiditätskrisen und übermäßige Guthabenakkumulationen. Nun kann man die ungleichen Strukturen nicht wettmachen, indem man die Umlaufgeschwindigkeit der Guthaben erhöhen will und das Rad schneller drehen lässt. Einige Apologeten und „Guthabenhasser" argumentieren absurderweise sogar, der griechische Staat MUSSTE sich so hoch verschulden, weil die bösen Sparer nicht rechtzeitig zum Termin konsumiert haben, und der Staat deshalb die Arbeitslosigkeit verhindern musste und somit den unproduktiven Staatssektor aufblähen musste. Doch in der Realität war es ganz anders. Staaten haben sich großzügig verschuldet (über ihre Produktivität hinaus)weil sie ihre Ausgabenseite im Haushalt großzügig gestaltet haben (Prestigeprojekte, Militär, Steuerverschwendung, zu hoher Sozialhaushalt, aufgeblähter Staatsapparat usw. usf.), um wie gesagt, ihre innländischen Profite zu sichern, und die Einnahmeseite entweder vernachlässigt haben oder an die Steuern einfach nicht rankamen, weil es Steuerzahlern gelang, ihren Gewinn international im Steuerwettbewerb zu verschieben, Steuern illegal zu hinterziehen oder Gewinne klein zurechnen. Oder durch Klientelpolitik brauchten Unternehmen erst gar keine oder nur wenig Steuern zahlen. Und weil zudem einmal beschlossene Steuererleichterungen und Subventionen im Bundeshaushalt nicht so einfach rückläufig zu machen sind. Hierbei geht es natürlich auch um den Gewinn an Wählerstimmen und Lobbyismus; wer die meisten Geschenke macht, gewinnt. c) ENTsparen in Konsum (anstatt Sparen in Wertpapiere etc.) fördert auch die Akkumulation bei starken Unternehmen und SENKT die Vermögensbildung bei den privaten Haushalten. Es führt zudem auch zu beschleunigten Handelsbilanzdefiziten durch Import/Export von Konsumprodukten. China zum Beispiel hat mehr Konsumüberschüsse von der USA, als sie selbst in den USA konsumieren können. Es bleibt nur noch der Aufbau von Geldvermögen (Staatsbonds) oder Firmeneinkäufe /Eigentumsbeteiligungen, um die Dollarüberschüsse zurück in die USA zu transferieren. d) Sparguthaben bei der Bank werden auch neben der Neuverschuldung durch Unternehmer (wie oben genannt) zusätzlich kompensiert durch private Verschuldung (Dispokredite, Darlehen, Hypothekendarlehen u.v.a). Dadurch gelangen wieder neue Schuldentilgungsmittel in die Wirtschaft, welche alte Kredite tilgen können, wobei der Fälligkeitstermin weiter in die Zukunft verschoben wird. Oftmals haben also auch (Renten-) Sparer gleichzeitig Konsumkredite ( Dispo- oder Ratenkredite) am laufen. e) Die Blockierung der Tilgungsmitteln durch die Sparer erzwingt generell auch Innovation von den Unternehmern (sie müssen sich mehr „anstrengen" um up to date zu sein), und ermöglicht somit gleichzeitig durch laufende neue Kreditaufnahme auch den „Wohlfahrtsstaat", weil der Staat nun durch die privaten Bankkredite bzw. die Bilanzverlängerung der Banken (und damit spiegelbildlich die Guthaben) 1) insgesamt mehr Steuermittel bekommt, und 2) mehr Guthaben für Staatsanleihe zur Verfügung sind auf dem Markt. Würde der Wohlfahrtsstaat nicht existieren, würden viele Unternehmen gleich verrecken und die kreditgebenden Banken mitsamt ihren sparenden Kunden auch. f) Sparen ermöglicht auch mehr Kreditspielräume für eigene nationale/regionale Investitionen. (Mehr Unabhängigkeit von ausländischen Investoren). ---> WARUM BANKEN SPARER BRAUCHEN Wie oben schon erwähnt, führt ein sofortige Verausgabung des gesamten Einkommensbudgets nicht unbedingt weder zur bestmöglichen Allokation noch zur optimalen Liquiditätsverteilung auf dem globalen Einige glauben leider immer noch, die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes hätte überwiegend einen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung, weil sie noch in Kategorien der Tauschwirtschaft denken. Wenn man das Geld schneller umlaufen liesse, also Guthaben ständig in den Konsum aufscheuchen könnte, dann würde die Wirtschaft brummen. Das ist aber debitistisch gesehen Unsinn, denn nur der Kredit treibt das Wirtschaften an, wie ich unter den Punkten a)- f) schlüssig und verifizierbar darstellen konnte. Es ist ein Irrtum zu glauben, man könnte zum Beispiel durch einen „Negativzins" im heutigen kapitalistischen System ( = Privatwirtschaft) eine Art Perpetuum Mobile gestalten, wo alle Guthaben immer rechtzeitig zu den richtigen Schuldnern zum Termin kommen. Also alle Guthabenhalter sollen bitte doch schleunigst und gefälligst zum Erfüllungstermin der Schuldner auf Gedeih und Verderb all das fressen, was ihnen die Unternehmer so in den Trog werfen und andrehen wollen, damit sich das Konsumrad und damit die Verwertung der Massenprodukte noch beschleunigt. Es ist aber Unsinn, anzunehmen, dass sämtliche Verschuldungspläne mit den Ausgabeplänen übereinstimmen könnten (das gäbe es nur in der Planwirtschaft), und dass die Wirtschaft sämtliche Guthaben aufsaugen kann. Das fängt schon damit an, dass auch viele Schuldner nur begrenzte Kapazitäten haben und einen zu hohen Cahsflow nicht auffangen können (z. B. Hotel hat nur 100 Betten, Restaurant hat nur 40 Tische, Industriebetrieb hat nur eine Halle mit bestimmter Anzahl Maschine, Spediteur hat nur 10 LKWs usw. usf.). Sie müssten also laufend entweder neu investieren, um zu wachsen, was aber wiederum, wie oben schon beschrieben, zu Schuldenausweitung (credit boom) führt, oder sie versuchen über Preiserhöhungen ihr Eigenkapital zu vermehren, was zu Preisinflation führt, Ohne Bankkredite aber auch ohne Kapitalmarktsparer oder Banksparer würde zudem ergo überall Knappheit an Liquidität und Finanzierungsmangel für langfristige Investitionen herrschen, denn Konsum /ENTsparen allein ermöglicht wie gesagt keine optimale „Pulverisierung" der Liquidität auf dem globalen Markt. Das hat auch generell mit der divergierenden Einkommensstruktur /Einkommensgefälle der Unternehmen und Haushalte zu tun, sowohl national als auch global. Ein Teil der Unternehmen würde zwar profitieren und ihren Cashflow und ihr Eigenkapital (auch durch Preissteigerungen !!) bzw. ihren Output erhöhen und eventuell sogar mehr Arbeitsplätze schaffen, weil ihre Kapazitäten mehr ausgelastet sind, doch das entledigt die Wirtschaft nicht von der Neuverschuldung, denn a) nun verlagern sich die entsparten und nullfristigen (!) Überschüsse, wie oben schon beschrieben, wiederum über Umwege bei den starken Unternehmen und Konzernen auf dem globalen Markt ( Beispiel USA--->China/Japan) oder bei Haushalten mit höherem Einkommen, wobei die Haushalte dann schneller gesättigt sind und wiederum anfangen, vermehrt zu sparen. Geben Unternehmen ihre Überschüsse nicht vollständig an die Lohnempfänger weiter oder über Steuern an den Staat, kommt es an anderer Stelle zu Finanzierungsmangel. Zudem haben die Überschussunternehmen ab einer gewissen Summe nicht die Möglichkeit, diese sofort und vollständig in Transaktionskasse zu verwandeln, weder über Investitionen noch über Konsum. Erst nach und nach müssen sich z. B. deutsche Exportfirmen Anlagemöglichkeiten suchen (was jetzt zum Teil dadurch geschieht, dass sie verstärkt in amerikanische oder chinesische Märkte re-investieren). Es entstehen als laufend irgendwo Blockaden („Vorsichtskasse"). Ganz zu schweigen von der „Spekulationskasse", wo Unternehmer ihre Überschüsse vorübergehend parken. Dazu zähle ich die kurzfristigen Arbitragegeschäfte (Spekulationen auf Kurs-/Zinsschwankungen etc.). Zudem können Banken im Bankenwettbewerb aus nullfristigen Geldguthaben keine langfristigen fristenkongruenten Kredite zaubern. Dazu bräuchte es eine globale Universalbank, so dass alles Geld nur in einem einzigen System blieben. Auch der Kapitalmarkt würde austrocknen, wenn niemand mehr Überschüsse in Wertpapiere anlegt. Denn Banken können nur sehr bedingt „aus kurz lang machen", und das auch nur die Großbanken. Zudem müssen Banken bestimmte Vorgaben bei der Anlage ihrer liquiden Mittel beachten (§ 11 KWG), welche in der Vergangenheit zu wenig Beachtung geschenkt wurde von einigen Banken und durch neue Verordnungen nun strenger geworden ist. http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Basis/InternePolitikfelder/WWU/Pdf/basel3_leitfaden.pdf Denn mit jedem Kredit muss eine Bank damit rechnen, dass Zentralbankgeld abfließt und das Liquiditätsrisiko sich erhöht, sobald der Kreditnehmer an Fremdbanken überweist oder bar abhebt. Wann wieder zukünftig Rückflüsse an ZBGeld auf das Konto der Bank kommen, (außer durch die regelmäßigen Tilgungsraten), weiß die Bank nicht. Banken müssen also laufend hochliquide Aktiva zur Refinanzierung bereithalten (die Bilanzposition „Wertpapiere" in der Bankenbilanz) und die Fristenstruktur von Aktiv- und Passivseite muss per Gesetzt zukünftig ausgewogener sein. (z. B. langfristigen Forderungen stehen langfristige Sparverträge gegenüber). Fazit: Zusammenfassend lässt sich nicht eindeutig aufzeigen dass wir eine „Guthabenkrise" haben. Alles spricht eher dafür, dass wir eine Verschuldungs- und Verteilungskrise haben. Wobei die Verteilung des materiellen /immateriellen Eigentums, z. B. Produktionsanlagen, Boden, Immobilien, knowhow etc. mWn entscheidender und ursächlicher ist ist als die monetäre Einkommensverteilung.Die monetären globalen Ungleichgewichte ergeben sich überwiegend erst im Nachinein. Durch expansive Geldpolitik (vor allem durch die Federal Reserve, die den Markt lange Zeit mit billigen Dollars geflutet hat) und die exzessive (freiwillige nicht-keynesianische) Staatsverschuldung, aber damit verbunden auch durch Deregulierung und Ausweitung des internationalen Finanzmarktes wurde der globale credit boom angeheizt, so dass sich ex post immer mehr Guthaben akkumulieren konnten. Es ist mMN aber Unsinn, daraus nun eine Guthabenkrise zu stricken, welche ja nur ein Symptom darstellt. Zudem befinden sich hinter den Guthaben auch viele faule Kredite. Ist es nicht so dass überflüssige Schulden durch Abschreibung verschwinden müssen und die deflationäre „Fallhöhe" viel geringer wäre, wenn Staaten ihre Verschuldung stark begrenzen und Zentralbanken auch deflationäre Entwicklungen bzw. auch kleine Inflationsraten (unter 2%) zulassen würden? Es ist doch eher so, dass es auf komplexen und globalen kapitalistischen Märkten niemals Gleichgewicht geben kann (neoklassisches Märchen), und staatliche „keynesianische" Interventionen (welche eigentlich nur selten keynesianisch waren) die Ungleichgewichte und Marktstörungen eher verschlimmbessern. Solvente Unternehmen, die nicht zu überoptimistisch planen und sich verschulden, haben i.d.R. keine Liquiditätsprobleme bzw. Solvenzprobleme durch die Sparer. Die kreditieren ihre Eigentum (Sachanlagen etc.) und kaufen sich über Kredite Zeit. So können sie gleichzeitig Wirtschaften (Kosten und Gewinne erzielen) und ihre Schulden amortisieren. Gruß

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    […] wir auf der einen Seite als Schuldenkrise kennen, ist auf der anderen Seite logischerweise eine Guthabenkrise … [qpress]. Das liegt am Prinzip des Schuldgeldsystems, welches die neuzeitliche Menschheit vollends im […]

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  • 01/06/13--09:58: Von: WiKa
  • Ja und nein … Nein, weil es das meiner Meinung nach bereits gibt und Ja, weil ich die Hoffnung hege, dass sich immer mehr Menschen dessen bewusst werden. Bei den Affen ist dieses kollektive Bewusstsein sogar nachgewiesen, warum sollte es sich beim Menschen nicht auch irgendwann die Bahn brechen? … wenn man die Verhinderer ein wenig beiseite gestellt hat … ;)

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